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WasserWege

Über die Nutzung eines kostbaren Gutes.
Flyer zum Kulturweg.


Beschilderter Kulturweg im Aschachtal
„WasserWege“

Kaum ein Menschenleben ist es her, letzte Zeitzeugen leben noch, als in der kargen Rhön mit einer spärlichen Landwirtschaft unsere Vorfahren ihr Leben fristeten. In der Zeit vor Kunstdünger und Prämien galt es die Natur geschickt zu nutzen um die Erträge zu verbessern.

Die Aschach mit StauwehrIn den Talauen nutzten die Bauern das Wasser der Bäche. In einem ausgeklügelten Grabensystem leiteten sie einen Teil des Wassers mit geringstem Gefälle seitlich in die Hanglagen und ließen es von dort über die Grasflächen ihrer Wiesen rieseln. Streit mit den Mühlenbetreibern blieb da keine Seltenheit.

Mit Hilfe eines durch Leadermittel unterstützten Projekts wird dieses Wissen für unsre Nachkommen bewahrt. Klaus Wehner und Alois Müller haben in einer umfangreichen Broschüre so manche Anekdote festgehalten aber auch das gesamte Grabensystem entlang der Aschach recherchiert. Ein Stauwehr unterhalb der Borstmühle ist rekonstruiert, neu aufgebaut und lädt zum Verweilen ein. Ein Kulturwanderweg mit den Start- und Zielorten Aschach, Frauenroth und Stralsbach gibt Hinweise auf verschiedenste Einrichtungen hierzu und darüber hinaus.

Wir danken den beiden Autoren des Buches, den Helfern von der Initiative bis zum Anschrauben des letzten Wegweisers sowie den Sponsoren des Werkes. Da sind zu nennen das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, der Rhönklub Zweigverein Markt Burkardroth e.V., der Tourismus- und Heimatverbund Markt Burkardroth e.V., die Bayernwerk AG und die VR Bank Bad Kissingen-Bad Brückenau eG.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde sollen Bauwerk und Weg nun ihrer Bestimmung übergeben werden.

Dazu lade ich Sie herzlich zur Eröffnung ein am Freitag, 15. September 2017 um 10.00 Uhr am Bewässerungswehr zwischen Aschach und Frauenroth.

Im Anschluss lädt Klaus Wehner zu einer Wanderung auf einem Teilstück des Weges ein. Abschluss dieser Tour ist in Frauenroth an der Klosterkirche.

Förderhinweis

 

Dokumentation

Bewässerungsanlagen an der Aschach

Bewässerungswehr


„Bewässerungsanlagen an der Aschach und ihren Nebenflüssen – Spurensuche und Dokumentation“, so haben die Autoren Klaus Wehner und Alois Müller aus Burkardroth ihr 120 Seiten umfassendes Werk genannt, das jetzt nach vielen Monaten Arbeit vom Herausgeber, dem Markt Burkardroth, der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Zufrieden mit dem ersten „handfesten“ Ergebnis im Zusammenhang mit dem umfassenden Projekt der Restaurierung eines Bewässerungswehres an der Aschach zeigte sich neben den Autoren vor allem Bürgermeister Waldemar Bug. Er nahm stellvertretend für alle Mitarbeiter im Rathaus von Burkardroth den Dank der Autoren für die umfassende Unter-stützung und die ausgezeichnete Teamarbeit während der Entstehungszeit des Buches entgegen.

Dank der 33 Zeitzeugen und einem guten Dutzend unterschiedlicher „Fachberater“ kann sich der Leser des Büchleins neben den notwendigen Fakten zur Bewässerungsproblematik im angesprochenen Gebiet sowie zahlreichen Fotos und detailgetreuen Lageplänen auch eine ganze Menge aufschlussreicher und amüsanter Anekdoten zum „Leben mit der Bewässerung“ zu Gemüte führen. Die Darstellungen sollen verdeutlichen, mit welch enormen Aufwand in der Zeit nach 1860 bis etwa 1960 um die Verbesserung der Ertragssituation in der Landwirtschaft gerungen wurde. Mit wie viel Arbeitskraft und mit welch hohem Einsatz von Zeit und „Teamarbeit“ man über Jahrzehnte durch Bewässerungsgräben für genügend Wachstum auf den Wiesen auch in recht entlegenen Winkeln rund um Burkardroth sorgte, das soll mit diesem Druckwerk in Erinnerung gerufen und für nachfolgende Generationen bewahrt werden. Das Buch ist hier einsehbar (PDF-Dokument, 5,3 MB).

Möglich gemacht wurde diese Broschüre dank der zur Verfügung gestellten Fördermittel und Spenden sowie des finanziellen Engagements des Marktes Burkardroth. Für die Autoren ist es eine ganz besondere Freude, jetzt, im Jahr 2016, endlich das fertig gestellt zu haben, was sie schon im Jahr 1996 zusammen mit der Vorstandschaft des Rhönklub-Zweigvereins Burkardroth angedacht und umzusetzen versucht haben. Aber damals war wohl die Zeit noch nicht reif dafür.

Alois Müller, Klaus Wehner

 

 

 

Bewässerungswehr Aschach Rodung 2016 2

Ende Februar 2016 wurde mit der Rodung an den Stauwehren begonnen. An der Motorsäge ist
Günter Marquardt und in der Mitte Franz Herbert vom Forstunternehmen aus Sandernau. Vorne links
ist Dipl.-Ing. Klaus Neisser, der beigezogene Landschaftsarchitekt aus Bad Kissingen zu sehen.

Der nächste Schritt zum "Technik- und Kulturdenkmal“
Rekonstruktion eines ehemaligen Stauwehres an der Aschach


Unter der Anleitung von Dipl.-Ing. Klaus Neisser, dem für das Projekt zuständigen Landschaftsarchitekten, wurde in den letzten Tagen die Motorsäge angesetzt, um die Ufer der Aschach im Bereich von zwei Stauwehren vom Bewuchs zu befreien. Bevor mit der Restaurierung eines Wehres begonnen werden kann, mussten die bis zu 40 oder 50 Jahre alten Erlen- und Weidengruppen beseitigt werden. Damit werden dann die Arbeiten an den Strukturen des zu restaurierenden Wehres erst möglich, an einem weiteren Wehr wird dadurch dem Wanderer und Radfahrer ein Blick auf die recht gewaltigen Ausmaße einer Staumauer aus dem Jahr 1913 ermöglicht. Die Mitarbeiter des Forstunternehmens Franz Herbert aus Sondernau setzten ihre Werkzeuge und Maschinen außerdem noch zur Freilegung eines noch recht gut erkennbaren ehemaligen Bewässerungsgrabens ein und machten so den Weg frei für die Gestaltung einer weiteren Station am geplanten Kulturwanderweg. Dem Betrachter zeigen sich dann zwei der Aschach-Stauwehre von ihrer beeindruckenden Seite: gewaltige Sandsteinquader, aufgeschlichtet zu standhaften Mauern, und das vor über 100 Jahren - ohne Maschineneinsatz, mit purer Mannes- und Pferdekraft! Das allein verdeutlicht schon die Bedeutung der Stauanlagen für die Landwirte, die damit eine geregelte Bewässerung ihrer Wiesenflächen erzielten. 

Aber die großen Wehre an der Aschach waren nicht nur aus landwirtschaftlicher Sicht für die Bewohner von Stralsbach, Frauenroth, Zahlbach und Aschach von Bedeutung. Wie zahlreiche Zeitzeugen den Autoren der Begleitbroschüre berichteten, stellten die Bereiche der Wehre für die damalige Jugend attraktive Abenteuerspielplätze dar! Vom Frösche- und Fischefangen über all die am und mit dem Wasser möglichen Spiele bis hin zum Badeplatz mit „Sprungturm“ stellten diese Plätze für die Jugendlichen beliebte Treffpunkte dar. Sogar ganze Schulklassen gingen in den 1930er Jahren dort hin zum Baden, so berichtete eine Einwohnerin. Und dann mussten ja auch noch regelmäßig die Bewässerungsgräben nach festgelegten Regeln gereinigt und benützt werden, auch dabei waren die jungen Männer immer aktiv und nicht immer ging es dabei nicht nur lustig zu! Das „Wassereinwenden“ war schon eine ernsthafte Angelegenheit, und es musste aufgepasst werden, dass sich kein Anlieger zu viel von dem wertvollen Nass auf seine Wiesen lenkte. Sicher wird sich der ein oder andere Spaziergänger beim Anblick der freigelegten Anlagen wieder an seine Jugendzeit erinnern, als das Tal der Aschach zwischen Borstmühle und der ersten Mühle in Aschach noch ganz anders aussah und auch völlig anders genützt worden ist. So lange ist das ja noch nicht her!

Text/Foto: Alois Müller

 

Aufträge die für das Projekt „Kulturhistorisches Bewässerungssystem Gemarkung Frauenroth: Zeitzeugen traditioneller Techniken zur Landbewirtschaftung und Viehhaltung sichtbar gemacht und neu inszeniert“ zu vergeben sind (voraussichtlicher Ausführungszeitraum Mai - Septemer 2016):

  • Verbessern der Bachbettdurchlässigkeit im Aschachgrund und Sichern einer historischen Wehranlage
  • Umsetzung eines kulturlandschaftlichen Themenwegs mit Beschilderung, Einrichtung von Informations-/ Erlebnisstationen und Erstellung von Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit zur Erlebbarmachung historischer Bewässerungswehre im Markt Burkardroth, Gemarkung Frauenroth

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an: Markt Burkardroth, Am Marktplatz 10, 97705 Burkardroth.