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1976 - 1979

Die Jahre 1976 bis 1979 im Überblick...

1976

 

  • Nach mehrmaligem Vertagen wird die Müllabfuhrsatzung beschlossen. Die monatliche Benutzungsgebühr wird auf 3,50 DM festgesetzt.
  • Planungen zum Bau und Betrieb eines Freischwimmbades in Burkardroth werden aufgenommen. Es bildet sich ein gemeinnütziger Förderverein. Aufgrund der angespannten Finanzlage wird diese Planung in 1979 auf unbestimmte Zeit verschoben.
  • Der Rektor der Volksschule Burkardroth Ernst Spiegel geht in den Ruhestand.

 



1977

 

  • Seminarrektor Otmar Zehnter wird zum neuen Rektor der Volksschule Burkardroth ernannt.
  • Der Wollbacher Altbürgermeister Franz Josef Grom wird zum ersten Ehrenbürger des Marktes ernannt.
  • Die Kindergärten in Lauter und Premich werden gebaut.
  • In Oehrberg wird ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut.
  • In Gefäll wird die St. Antonius Kirche renoviert und vergrößert.
  • Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Oehrberg nach Singenrain.

 



1978

Zum 01. Mai werden die Gemeinden Premich und Stangenroth in den Markt eingegliedert.

 

 

Rechtsverordnung zur Neugliederung der Gemeinden im Landkreis Bad Kissingen vom 12. April 1976

Auf Grund der Art. 11 und 12 der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern, der Art. 3, 4 und 5 des Ersten Gesetzes zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung vom 27. Juli 1971 (GVBI 5.247) und des Art. 5 des Zweiten Gesetzes zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung vom 15. Dezember 1971 (GVBI S.450), jeweils geändert durch Gesetz vom 23. Dezember 1975 (GVBI S. 413), erläßt die Regierung von Unterfranken folgende Rechtsverordnung:

1. Teil: Neugliederung
1. Abschnitt: Eingemeindungen und Gemeindeneubildungen

§2 In den Markt Burkardroth werden eingegliedert:
a) die Gemeinde Premich und
b) die Gemeinde Stangenroth.

§ 22

Diese Rechtsverordnung tritt am 1. Mai 1978 in Kraft.

Würzburg, 12. April 1976
Regierung von Unterfranken
Meyer
Regierungspräsident

 

 

  • Für die Stützpunktwehr Burkardroth wird eine hydrau­tische Rettungsschere beschafft.
  • In Waldfenster wird die Hochbehältererweiterung fertiggestellt.
  • Die Kläranlage des Abwasserzweckverbandes in Großenbrach geht in Betrieb.
  • Die Kläranlage Katzenbach/Lauter geht in Betrieb.
  • Zum ersten Bürgermeister wird Rudolf Rost gewählt. Die Bürger von Stangenroth beteiligen sich geschlossen nicht an der Wahl. Mit Blasmusik wird die leere Wahlurne nach Burkardroth ,,gespielt".


Das Ergebnis des ersten Wahlganges am 5. März:

 

 

Josef Pich
Siegmund May
Rudolf Rost
Edmund Schäfer
932
1.157
1.038
820
gültige Stimmen
-"-
-"-
-"-
Das Ergebnis der Stichwahl am 26. März:
Siegmund May
Rudolf Rost
1.697
1.999
-"-
-"-

Zweiter Bürgermeister bleibt Ehrenfried Schlereth aus Waldfenster. Zum dritten Bürgermeister wird Alfons Zehe aus Premich gewählt.

 

 

 

  • Kanalisationsbau Gefäll - Premich
  • Einweihung der Rhönfesthalle in Stangenroth

 

 



1979

 

 

  • Im Urlaub des ersten Bürgermeisters beschließt der Marktgemeinderat einstimmig einen Antrag an das Bayer. Staatsministeriums des Innern, zu prüfen, ob die Einheitsgemeinde aufgelöst werden kann und drei neue Einheiten gebildet werden können.
  • Kanalbauarbeiten in Frauenroth.
  • Restausbau der Ortskanalisation in Katzenbach und Lauter.
  • Die Kläranlage Premich geht in Betrieb.
  • Die Versorgung der Gemeinde mit elektrischer Energie wird dem ÜWU übertragen.
  • In Waldfenster wird ein Kindergarten errichtet
  • Das gemeindliche Sozialhaus in der ,,Friedensstraße" in Burkardroth wird fertiggestellt.
  • Auf einer Länge von rund 2 Kilometem wird die Staatsstraße 2290 hinter Stangenroth verlegt. Dabei werden die Kreuzungspunkte nach Premich und Gefäll ausgebaut.

 



Rudolf RostEin Rückblick des ersten Bürgermeisters Rudolf Rost, Stralsbach über die Amtsperioden 1978 bis 1990

Vor nunmehr 25 Jahren wurden 10 arme Rhöngemeinden zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen, die dadurch allein nicht reicher wurden. Diese Zwangsehe lehnten viele Bürger rundweg ab und verhielten sich dementsprechend. Wer erwartet hatte, daß das vorherrschende Ortsdenken sich in Kürze zu einem solidarischen Miteinander verwandeln würde, sah sich sehr bald enttäuscht. Wer teilt schon gern mit noch Ärmeren? Auch uns Gemeinderäten fiel es anfangs schwer, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und die berechtigten Ansprüche der anderen Gemeindeteile zu sehen und zu berücksichtigen. Allzu verständlich war, daß jeder bei der Verteilung des Kuchens möglichst das größte Stück für sich haben wollte. Die dadurch entstandene Rivalität förderte nicht unbedingt eine gedeihliche Zusammenarbeit.

Eine aus dem Nichts aufzubauende Verwaltung, die das Vertrauen der Bevölkerung rechtfertigte, war aus bekannten Gründen kaum möglich. So vergingen die ersten Jahre des Zusammenschlusses, begleitet von großem Mißtrauen und ohne den notwendigen Gemeinschaftssinn.

1978 wurde ich, unter vier Bewerbern, zum ersten Bürgermeister gewählt. Gleichzeitig wurden die beiden größten Gemeinden, Premich und Stangenroth, eingegliedert, wobei letztere die Teilnahme an der Kommunalwahl verweigerte. Die Nachwehen des Wahlkampfes, der Streit innerhalb des Marktgemeinderates und die unglaubliche Dienstauffassung des seinerzeitigen geschäftsleitenden Beamten, die ich in keinster Weise billigen konnte, haben mir den Anfang meiner Amtszeit nicht leicht gemacht.

Das Vertrauen zur Verwaltung zu stärken, den hohen Schuldenberg abzubauen, neue Baugebiete zu erschließen, weitere Kindergärten zu bauen, die Schulen zu sanieren, die Freiwilligen Feuerwehren mit den notwendigen Gerätschaften auszustatten, einen funktionsfähigen Bauhof zu erstellen, die Wasser- und Abwasserversorgung zu modernisieren und auszubauen, sah ich als meine dringlichsten Aufgaben.

Es erfüllt mich noch heute mit Freude und Stolz, daß während meiner 12-jährigen Amtszeit, trotz aller Widrigkeiten, alle anstehenden Maßnahmen bewältigt werden konnten. Die größten Probleme und viele schlaflose Nächte bereitete mir dabei unsere Wasserversorgung. Erinnert sei an die jährlich wiederkehrende Wassernot, den desolaten Zustand verschiedener Quellen und an die schlechte Wasserqualität in einzelnen Ortsteilen. Die Behörden beanstandeten ständig diese Mißstände und verlangten eine umgehende Sanierung der Anlagen. Mir war klar, daß eine umfassende und dauerhafte Abhilfe dieser Mängel nur in Zusammenarbeit mit der Rhön-Maintal-Gruppe und den dazu notwendigen staatlichen Mitteln möglich war. Trotz aller Anfeindungen gelang es bei der "denkwürdigen" Sitzung im Pfarrheim in Burkardroth im Januar 1987 einen tragfähigen Mehrheitsbeschluß in dieser Sache herbeizuführen. Damit war der Startschuß für ein 25-Millionen-Projekt gefallen, die enormen Staatszuschüsse dafür gesichert und mir eine große Last von den Schultern genommen.

Ich freue mich, daß ich dazu und zu allen übrigen zum Erfolg gebrachten Maßnahmen einen bescheidenen Beitrag leisten konnte und bedanke mich bei den Marktgemeinderäten, der Verwaltung und allen Behörden, die mich während meiner Amtszeit tatkräftig unterstützt haben. Dem Markt Burkardroth mit all seinen Bürgern wünsche ich weiterhin viel Erfolg und das so wichtige notwendige Miteinander.

Ihr Rudolf Rost