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1972

Mit Wirkung zum 01. Januar schließen sich die 10 ehemals selbständigen Gemeinden Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Katzenbach, Lauter, Oehrberg, Stralsbach, Waldfenster, Wollbach und Zahlbach zur neuen Einheitsgemeinde ,,Markt Burkardroth" zusammen .

Alfons MahlmeisterVon den ehemaligen Bürgermeistern wird der bisherige zweite Bürgermeister von Burkardroth Alfons Mahlmeister ausgewählt und vom Landratsamt zum ,,Staatsbeauftragten" bestimmt. Er leitet vorübergehend kommisarisch die Geschäfte. Die Sitzungen des Gemeinderates finden in Gaststätten wechselnd in allen Gemeindeteilen statt.

Schon in der ersten Sitzung wird die Wasserversorgung als wichtigstes Problem ausgemacht. Die Ortsbeauftragten sprechen sich für die Sanierung der örtlichen Quellen aus.

Ludwig Moritz wird zum ersten Bürgermeister gewählt. Seine Stellvertreter werden Ehrenfried Schlereth (Foto links) und Manfred Faber (Foto rechts).
Ehrenfried Schlereth  Manfred Faber

Das Ergebnis des ersten Wahlganges am 19. März:

Ehrenfried Schlereth
Ottmar Schmitt
Ludwig Moritz
1.458
97
1.482
gültige Stimmen
-"-
-"-
Das Ergebnis der Stichwahl am 26. März:
Ehrenfried Schlereth
Ludwig Moritz
1.530
1.743
-"-
-"-

Der erste Haushaltsplan hat ein Gesamtvolumen voii 7,24 Mio. DM. Mit der 2. Batterie des Panzer-Artillerie-Bataillons 355 Wildflecken wird ein Patenschaftsabkommen besiegelt. Es wird Ende November 1986 durch die Auflösung der  Artilleneeinheit feierlich beendet.

Abgeschlossen werden die Umbau- und Instandsetzungsarbeiten an der Klosterkirche in Frauenroth.



Ludwig MoritzEin Rückblick des ersten Bürgermeisters Ludwig Moritz, Gefäll über die ersten sechs Jahre 1972 bis 1978

Fazit voraus:

Eine wunderbare, wenn auch nicht immer leicht zu bewältigende Zeit! Viele neue Kontakte mit den neuen Mitbürgern aus den zunächst 10 Ortsteilen und mit vielen neuen Bekanntschaften, besonders mit dem mir zunächst auch neuen Personal im alten Burkardrother Schulhaus und dem Feuerwehrhaus! Täglicher Umgang mit den überwiegend freundlichen und gutgesonnenen Menschen dieser Region (meiner zweiten Heimat)!

Das Weitere - aus Platzmangel - stichpunktweise:

Bei Dienstantritt so gut wie keine Erfahrung in der Kommunalpolitik. Ein prima Ton im Rathaus mit großartiger Hilfsbereitschaft. Gemeinderatssitzungen in den Ortsteilen (mit teilweise guten Auftrittsmöglichkeiten der Ortssprecher). Erstes ehrenamtliche Bürgermeistergehalt ist geringer als das Oberlehrergehalt, also: Unterrichten des beurlaubten Lehrers mit 4 Wochenstunden. Ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den 2. und 3. Bürgermeistern Schlereth und Faber. Großartige (auch feuchtfröhliche) Veranstaltungen mit den Vereinen.

Die Kronen der Geselligkeit: die Turniere, Biwaks, Feldgottesdienste und Spielplatzübergaben mit unserer Paten-Batterie 2./355 aus Wildflecken. Von den 60 Bürger-(Pflicht-)Versammlungen wurden 59 gehalten. Die Wieder-belebungsversuche der Jahrmärkte, was nur teilweise gelang. Der (fast) tägliche halbstündige Frühschoppen bei der ,,Rosina". Kennenlernen der Fluren der Ortsteile und der Waldabteilungen (Grenzgänge mit manchem ,,Festle" danach). Die Einrichtung einer Gemeindezeitung, der ,,Ortsschelle" (Idee von Alfons Mahlmeister).

Haushaltsloser Beginn der Amtszeit mit laufenden unfinanzierten Baumaßnahmen in siebenstelliger DM-Höhe. Zustimmung des Marktgemeinderats. Jederzeit sofortige Hilfe durch das Landratsamt, besonders durch den schon verstorbenen Odo Schmitt. Problemloser Kontakt mit Schulen und Schulleitern. Kleine Höhepunkte besonderer Art: Geburtstagsfeiern mit unseren Altersjubilaren, mit Geschenkkorb.

Gelegentliche Aushilfe des Hobby-Organisten Ludwig Moritz da und dort. Herzlichen Dank an meine Gefäller Vereine, da ich nicht in jeder Probe, aber meistens da war, für ihr Verständnis. Vergelt's Gott an in eine Familie fürs Verständnis für den oft abwesenden und spät heimkehrenden Vater und Ehemann.

Alle Leser herzlich grüßend, Ihr Ludwig Moritz.