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Wer möchte in der Zukunft bauen?

Bedarfsermittlung als Grundlage für gezieltes gemeindliches Handeln.

Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

heute treten wir mit einer für uns ganz elementaren Problematik an Sie heran und bitten diesbezüglich um entsprechende Rückmeldung, so fern Sie, Ihre Kinder, Enkel oder sonstige Angehörige betroffen sind.

Zunächst aber auch von dieser Stelle ein frohes, gesundes, und glückliches neues Jahr.
Viel Erfolg bei allen Ihren Unternehmungen.

Zurück zum Grund unserer Umfrage. Jede Betrachtung, die die Zukunft unserer Orte aus der Sicht des Planens und Bauens zum Gegenstand hat, besitzt notwendig einen Ausgangspunkt: die gemeindliche Planungshoheit, die sich in § 1 Abs. 1 BauGB ausdrückt: „Aufgabe der Bauleitplanung ist es, die bauliche und sonstige Nutzung der Grundstücke in der Gemeinde nach Maßgabe des Baugesetzbuches vorzubereiten und zu leiten.“ Die Gemeinde besitzt also die umfassende, schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe, die Bodennutzung innerhalb ihres Gebiets zu bestimmen und zu steuern. Dies wird durch die Entwicklungen der letzten Jahre wesentlich erschwert. Wie hinreichend bekannt, befindet sich unsere Gesellschaft in einem demographischen Wandel. Auch bei uns im Markt Burkardroth ist dieser schleichende Schrumpfungs- und Alterungsprozess schon spürbar. Er wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vieles dramatisch verändern.

Vor diesem Hintergrund werden landauf/landab kaum noch neue Baugebiete ausgewiesen. An erste Stelle tritt zunehmend die Innenentwicklung. Dies ist grundsätzlich absolut richtig, zumal die Altorte ihren besonderen Charme und Reiz haben. Sie sind das Herz eines Dorfes - das Zentrum, aus dem sich alles entwickelt hat.

Das Eine tun, das Andere ggf. nicht lassen


Im Marktgemeinderat stellte sich unlängst ebenfalls wieder einmal die Frage, wie die Gemeinde künftig vorgeht. Letztendlich bestand breite Tendenz, nicht nur eingleisig zu fahren, sondern sowohl sinnvolle Förderungen für den Innenbereich zu entwickeln, als auch weitere Angebote auf der „grünen Wiese“ zu schaffen (ggf. jedoch nur in kleinen Abschnitten).

Dabei gilt zu bedenken, dass innerhalb unserer 12 Dörfer rund 250 freie Bauplätze vorhanden sind. Davon sind ca. 50 verkaufsbereit und ca. 30 stehen im Eigentum der Gemeinde. Darüber hinaus stehen aktuell schon über 100 Häuser leer. Betrachtet man die Altersstruktur bewohnter Häuser, dann wird sich diese Zahl in naher Zukunft weiter erhöhen (nicht nur im Altort, sondern möglicherweise sogar in den älteren Baugebieten der 60er und 70er Jahre). Die freien Bauplätze sind aber ungleich verteilt oder teils sehr unattraktiv gelegen, sodass sich manch Bauwilligem in seinem angestammten Heimatort leider doch keine Alternative bietet.

Wir wollen aber auch nicht, dass junge Familien auf Abwanderungsgedanken kommen. Gerade diese brauchen wir und wollen wir auch unbedingt hier bei uns vor Ort und in unseren Orten behalten - sie sind unsere Zukunft.

Damit der Spagat gelingt, müssen die Weichen permanent verantwortungsbewusst gestellt werden. Das möchten wir gerne offensiv tun. Dazu benötigen wir aber natürlich Entscheidungshilfen. Von ganz besonderem Interesse ist z. B., wo und in welchem Ausmaß künftig Bedarf be- bzw. entsteht. Deshalb bitten wir alle, die sich kurz-, mittel- bis langfristig in irgendeiner Form mit Bauabsichten oder Hauskäufen „schwanger tragen“, uns ihre Vorstellungen unverbindlich bekannt zu geben. Diese Informationen werden selbstverständlich ausschließlich intern verwendet. Es würde uns freuen, wenn wir immer rechtzeitig Angebot und Nachfrage zusammenbringen.

Wir wären dankbar, wenn möglichst viele ihre Zukunftspläne sondieren und uns im Anschluss ihren Bedarf auch melden würden. Nur so kann der Marktgemeinderat zielgerichtete Maßnahmen in die Wege leiten. Um die für uns ganz wichtige Antwort allen Betroffenen so einfach wie nur möglich zu gestalten, haben wir ein Formular entwickelt. Sie finden es hier zum Download.

Eine gute Zeit.

Waldemar Bug
Erster Bürgermeister