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Jugendtalk 2009
Hier der Bericht der Ortsschelle vom Jugendtalk am 26. Februar 2009.
 
 
Bürgermeister Waldemar Bug und Jugendreferent Thomas Rauch möchten zu der Jugend eine Brücke schlagen. Und dass die Jugendlichen das ähnlich sehen und immensen Gesprächsbedarf haben, zeigte die große Kulisse. Über 130 Schüler und Jugendliche haben die Einladung zum Jugend-Talk begeistert angenommen. Das Pfarrgemeindezentrum in Waldfenster war proppenvoll.

Große Kulisse - 130 Kids tragen ihre Anliegen vor
Frischer Dialog mit der Jugend

Am vergangenen Donnerstag standen die Jugendlichen des Marktes Burkardroth im Mittelpunkt und erfuhren, dass auch an sie gedacht wird. Bürgermeister Waldemar Bug hatte geladen und viele nahmen die Einladung zum Dialog dankbar und begeistert an. Zu Dutzenden drängten Jugendliche aller Altersschichten in das Pfarrgemeindezentrum in Waldfenster. In dem sich schnell füllenden Saal reichten die vorbereiteten Sitzkapazitäten bei weitem nicht aus; deshalb wurden eiligst weitere Stühle herbeigeschafft. Letztendlich war der Saal mit allein über 130 Jugendlichen bis auf den sprichwörtlich „letzten Platz“ besetzt.

Nach Dafürhalten des Rathauschefs, der gemeinsam mit den Jugendlichen aus der Pfarrei in einem der extra eingerichteten Shuttle-Busse nach Waldfenster fuhr, sind Strategien zu entwickeln, die das Dorfleben aktiv halten: „Das Dorf muss für alle Altersstufen lebenswert gestaltet werden. “Es sei sinnvoll, bei den jüngeren Bewohnerinnen und Bewohnern anzufangen, „denn die Kinder sind die Zukunft unserer Dörfer,“
so der Bürgermeister wörtlich. „Und was für die Kinder gut ist, ist auch für alle anderen gut. kinderfreundlichkeit dient allen.“

Erst fragen, dann handeln

Sinn und Zweck der Zusammenkunft war es u.a. zu erfahren, was die Jugendlichen bewegt, Ängste zu nehmen und Kontakte aufzubauen. „Die Meinungen der Kinder sind sehr wichtig. Sie sollen aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung mitwirken. Deshalb müssen wir mit ihnen ins Gespräch kommen und aus erster Hand direkt erfahren, welche Bedürfnisse, Wünsche, Erwartungen und Anregungen sie haben. Erst wenn deren Ansichten, Ansinnen und Anliegen bekannt sind, kann künftig das ein oder andere zielbewusst positiv gestaltet werden“, so das Gemeindeoberhaupt.

Zu der Veranstaltung begrüßte Waldemar Bug besonders den gemeindlichen Jugendreferenten Thomas Rauch, Kreisjugendpfleger Karl Englert, Kaplan Michael Kubatko, Diakon Michael Schlereth, die drei Schulsprecher der Hauptschule Christian Fritzler, Gefäll, Viktoria Wehner, Waldfenster und Selina Ziegler, Premich, die dritte Bürgermeisterin Elisabeth Kuhn sowie die Marktgemeinderäte Frank Heckelmann, Johannes Schlereth und Daniel Wehner.

Der Talk war keine trockene Schulstunde oder steife Sitzung, sondern eine vollkommen ungezwungene, lockere und offene Runde. Mehrere Schlagzeuge, Bongos und Pauken heizten gleich am Anfang und zwischendurch immer mal wieder ordentlich ein. Zu Beginn dankte der Bürgermeister allen Vereinen und kirchlichen Trägern, die sich bisher schon vorbildlich der Jugendarbeit verschrieben haben: „Das ist äußerst wichtig und ohne sie ist eine Jugendarbeit nicht denkbar.“

Elanvoller Jugendreferent

In der Folge stellte er in kurzen Stichworten den gemeindlichen Jugendreferenten Thomas Rauch als Ansprechpartner für alle Kinder und Jugendlichen vor. Zu seinen Aufgaben gehört u.a. der kontinuierliche Kontakt sowie die Aufnahme und Vertretung deren Anliegen. Thomas Rauch selbst freute sich, Bindeglied bzw. Kontaktperson für Vereine und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Gemeinde zu sein. Seine Antrittsrede sprühte nur so vor Begeisterung. Man spürte förmlich seine Hingabe und Energie, seinen Tatendrang und frischen Schwung. Und das er sich nicht nur in theoretischen Aussagen erschöpfen will, unterstreicht schon sein nächster Handlungsschritt. In Kürze wird ein erstes, gemeinsames Treffen aller Verantwortlichen von örtlichen Jugendräumen und -treffs stattfinden. Dies soll dem Gedankenaustausch, der Aufklärung bzw. der Information dienen. Weiteres folgt: „Ich habe einiges vor“, so der 42-jährige Mandatsträger, langjährige Jugendleiter und -trainer aus Stangenroth, z.B. ein „Kummerkasten“ für alles Mögliche.

Kreisjugendpfleger Karl Englert stellte seine und die Arbeit seiner Kollegen bei der Kommunalen Jugendarbeit des Landratsamtes und in der Kreisjugendring-Geschäftsstelle vor. Zudem erläuterte er, wie der Landkreis die Jugendarbeit fördert.

Kaplan Michael Kubatko stellte die Aktivitäten und Ideen seitens der Pfarreiengemeinschaft vor. Er warb um rege Beteiligung und aktive Mitwirkung. Auf zwei Veranstaltungen wies er bei dieser Gelegenheit ganz besonders hin: zum einen die Rad-Wallfahrt nach Rom und zum anderen den Jugendgottesdienst am Ostermontag in der Kirche St. Petrus in Ketten in Burkardroth.

 
Das Percussions-Ensemble unter der Leitung von Stefan Voll aus Waldfenster brachte alle auf Trapp.
Es spielten: Christoph Gärtner, Anna Kirchner, Stefan Voll, Johannes Höchemer und Thomas Kropp.

Multifunktionsspielflächen finden stürmischen Anklang

Bürgermeister Waldemar Bug stellte danach die Multifunktionsspielflächen vor, die sukzessive zur Verbesserung des Spiel- und Sportangebots errichtet werden sollen, drei davon allein in diesem Jahr. Dass er damit genau den Nerv der Jugendlichen getroffen hatte, verdeutlichte spontaner, lautstarker Beifall. „Wo kommen die denn hin?“, war gleich die erste Frage. In Burkardroth (im Brunnenpfad), in Premich (zwischen Schule und Kindergarten) und zwischen Lauter und Katzenbach, lautete die Antwort des Rathauschefs, die auf ein geteiltes Echo stieß. Während die einen sich überschwenglich freuten, waren viele andere sichtlich enttäuscht. Aber deren Mienen hellten sich wieder auf, als der Bürgermeister ankündigte, dass es seitens des Marktgemeinderates angedacht sei, im nächsten Jahr noch zwei oder drei weitere Anlagen folgen zu lassen.

Die gezielte Nachfrage hinsichtlich flankierender Skaterflächen fand ebenfalls ein deutliches Votum:
„Ja, die möchten wir natürlich auch gerne haben.“ Den Wunsch nach Flutlicht lehnte das Gemeindeoberhaupt jedoch ab, weil auch die Anlieger ein berechtigtes Ruhebedürfnis haben.

In den folgenden, offenen Gesprächsblöcken stellte sich schnell heraus, dass die Jugendlichen einen guten Durchblick haben und es geschickt verstanden, ihre Probleme kompetenten Ansprechpartnern vorzutragen. Dabei zeigten sie auch keine Scheu vor der großen Kulisse, sondern sprachen die Dinge, die sie bewegten, deutlich so an, wie sie bei ihnen auch tatsächlich ankommen. Das sollte ja auch Sinn der Veranstaltung sein: vorurteilsfrei und fruchtbar miteinander ins Gespräch kommen und dabei neue Beziehungen aufbauen, damit man sich besser versteht.

Die - über den Köpfen - an einer aufgespannten Wäscheleine aneinandergereihten, möglichen Themenstichworte erfüllten ihren Zweck und dienten optimal als Leitfaden.

Die Jugendlichen hatten aber auch noch zahlreiche eigene, interessante Punkte als Gesprächsstoff mit im Gepäck. So blieb es dann auch nicht nur bei einem einfachen „Frage - Antwort - Spiel“, sondern es entwickelte sich mit zunehmender Dauer ein frischer und lebhafter Dialog.

Zahlreiche Mädchen möchten auch Fußball spielen

Besonderer Tiefgang erfuhren u.a. „Sportangebote für Mädchen“, insbesondere Fußball. Der Stimmung nach zu urteilen, müsste sogar problemlos eine komplette Mannschaft möglich sein. Jugendreferent Thomas Rauch griff dieses Defizit spontan auf und kündigte an, sich für eine Gemeinde übergreifende Elf einzusetzen. Wer offiziell die Federführung übernimmt, klärt er mit den Verantwortlichen einvernehmlich ab: „Alles weitere wird bei einem Schnuppertraining besprochen.“

Jugendräume oder -treffs werden in einigen Gemeindeteilen schmerzlich vermisst. Bürgermeister Waldemar Bug konnte sich die unter gemeindlicher Trägerschaft auch nicht vorstellen (schon aus haftungsrechtlichen Gründen), was aber nicht bedeute, dass Neueinrichtungen seitens des Marktes keine Unterstützung erfahren. Jugendreferent Thomas Rauch sah dies genauso: „Wir brauchen dafür einen klaren Träger, den Rest klären wir dann vereint mit der Gemeinde und dem Kreisjugendring.“

Gefragt war der Jugendreferent auch bei dem Thema „Zeit für Helden“. Ein Jugendlicher erkundigte sich, ob so etwas auch in Wollbach möglich wäre. Thomas Rauch avisierte grundsätzlich bereitwillig Rat und Hilfe, jedoch (aus zeitlichen Gründen) zunächst nur beschränkt auf eventuelle Vorbereitungen: „Alles andere, insbesondere die handwerkliche Umsetzung, muss ortsintern auf die Reihe gebracht werden.“

Nicht missen wollte ein Großteil der Besucher eine eigene Jugendseite in der „Ortsschelle“ bzw. Präsentationsmöglichkeiten auf der gemeindlichen Homepage im Internet. Letztere ist laut Bürgermeister Waldemar Bug zwischenzeitlich in die Jahre gekommen: „Wir beabsichtigen sie in Kürze von Grund auf zu modernisieren. Dabei könnte künftig der Jugendbereich ausreichend Platz und Raum finden.“ Zur Mitwirkung bei der Gestaltung (damit diese Seiten auch die Handschrift der örtlichen Jugend tragen) fand sich auf gezielte Nachfrage jedoch niemand bereit.

Ein Waldfensterer stellte die Frage, ob die Gemeinde nicht die Kosten für die Mülltonne des örtlichen Jugendraums übernehmen könne.

Erster Bürgermeister Waldemar Bug und Jugendreferent Thomas Rauch stellten abschließend unter dem Applaus der Heranwachsenden fest, dass es insgesamt zwei überaus erfreuliche und fruchtbare Stunden gewesen seien, die optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Ähnliche Treffen sollen künftig folgen.


 
Das Kommen zum Jugend-Talk hat sich für einige doppelt gelohnt. Unter allen Anwesenden  wurden nämlich vier Kino-Gutscheine verlost, die das UNIVERSUM (Kino-Palast Bad Kissingen) kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Gezogen wurden v.l.: Miriam Wiesler (Burkardroth), Jeannine Seller, Julia Wehner und Lena Gann (alle aus Waldfenster).



Lob, Kritik und Wünsche

Nachdem sich nicht jeder berufen fühlt, vor großer Kulisse persönlich zu sprechen, bestand für alle die Möglichkeit, sich eingangs des Jugend-Talks schriftlich zu artikulieren. Davon wurde rege Gebrauch gemacht. Die Zettel wanderten zunächst in eine gesonderte Box. Sie wurden vor Ort gleich ausgewertet. Anregungen flossen, wie in großen Talk-Runden auch, unmittelbar in die Gesprächsblöcke ein. Zu drei Punkten konnte sich geäußert werden. Hier einige der Bemerkungen und Anregungen:

 
a) Besonderes Lob an den Markt Burkardroth
- Für den Jugend-Talk (24 - quer durch alle Orte)
- Für den schönen Marktplatz (5)


b) Kritik an den Markt Burkardroth
- Es wird viel versprochen und wenig gehalten (5)
- Langsames DSL (4)
- Es hat sich lange nichts bewegt
(3 - alle aus Waldfenster)
- Alles kommt immer nach Burkardroth (2)


c) Mein größter Wunsch an den Markt Burkardroth
- Multifunktionsspielflächen (22 - quer durch alle Orte)
- Jugendräume/-treffs (17 - vornehmlich aus der Pfarrei)
- Skaterflächen (9)
- Bessere Internet-Verbindungen/schnelleres DSL (6 - alle aus Waldfenster und Gefäll)
- Tante Emma Laden (3 - alle aus Stralsbach)
- Bessere Busverbindungen (3)
- Bessere Spielgelegenheiten (2 - beide aus Wollbach)
- Bolzplatz Stangenroth (2)
- Aufenthaltsräume für Jugendliche unter 16 Jahre (2 - beide aus Lauter)
- Damen-Fußball (2)
- Mehr Spielmöglichkeiten für kleinere Kinder (2 - beide aus Lauter)
- Mehr finanzielle Mittel für die Jugend (2)
- Eine Schaukel in Stralsbach (2)