Ortsteil Frauenroth
Liebe Freunde der Klosterkirche Frauenroth,
die Klosterkirche wird von Außen und Innen renoviert. Diese Renovierung
zieht sich leider weiter in die Länge.
Zwar ist die Außensanierung abgeschlossen, doch im Inneren ist das Gotteshaus
noch einige Zeit eine Baustelle und kann daher nicht betreten werden.
Wir bitten deshalb alle Besucher dies zu beachten und werden das Ende der
Bauarbeiten mitteilen.
|
Das Kloster Frauenroth
Der Minnesänger und Kreuzritter Otto von Henneberg, der sich nach seinem Sitz auf der Botenlaube in Bad Kissingen-Reiterswiesen Otto von Botenlauben nannte, kehrte 1220 mit seiner Gemahlin Beatrix, Tochter des Senneschalls des Königreichs Jerusalem Joszelin de Courtenay aus dem Hl. Land zurück. Er tauschte mit dem Würzburger Bischof Hermann von Lobdeburg (1225 – 54) seinen Besitz in Egenhausen gegen das bischöfliche Dorf Burkardroth. Dort errichtete er 1231 ein Zisterzienserinnen-Kloster („Novalis sanctae Mariae cella dominarum“) zu Ehren und Lob der Hl. Jungfrau Maria und |
| Allerheiligen. Der Sage nach
hat ein Windstoß der Gräfin Beatrix auf dem Söller der Burg Bodenlauben
den Schleier entrissen. Der Fundort des Schleiers wurde als gottgewollter
Gründungsort verstanden. Noch heute wird ein Schleier in einer Nische
im Chor dem Besucher gezeigt. Da die Ministerialen des Bischofs dieses
Projekt mit Gewalt zu verhindern suchten, ließ Graf Otto im Auftrag von
Papst Gregor IX. 1234 deren Burg zerstören und den Wiederaufbau verbieten.
Graf Otto, der etwa 1244 kurz vor seiner Frau verstarb, wurde in der Klosterkirche
beigesetzt Das Stifterpaar verkaufte die Burg Botenlauben an den Würzburger Bischof und schenkte zur Sicherung ihrer Gründung die gesamten Zehnten, Zinsen und Gülten an das Kloster. Die reichen Begabungen führten zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Sicherung, das Kloster vermehrte den Besitz durch umfangreiche Tausch- und Kaufgeschäfte. Zum Klosterbesitz gehörten die Siedlungen Burkardroth, Stangenroth (1244), Wollbach (1244) und Stralsbach im Bereich des heutigen Marktes Burkardroth, jedoch auch umfangreiche Güter in über 80 Gemeinden bis nach Thüringen (Wolfmannshausen, Hildburghausen). Die dem Kloster vorgelagerten Fischteiche dienten der Ernährung der Zisterze. Um 1450 dürften ca. 25 Nonnen im Kloster gewesen sein. Im Bauernkrieg 1525 wurden die Gebäude von Bauern der Umgebung („Frauenrother Haufen“) geplündert und teilweise zerstört. 1558 starb die letzte Äbtissin Amalia von Rumrod. Nach mehr als 300 Jahren löste sich der Konvent 1574 auf. Die Ringmauern der Klosteranlage sind nur noch rudimentär erhalten. Die Klostergüter fielen in der Säkularisation 1803 an das Hochstift Würzburg und wurden von einem Klosterverwalter bewirtschaftet. Die Kirche war als dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit Querhaus und drei gestaffelten Apsiden und mit einer um ein Chorjoch verlängerten Hauptapsis konzipiert. Das Chorjoch weist ein Kreuzrippengewölbe auf, der übrige Kirchenraum ist flachgedeckt. Nur noch an der Nordseite sind die ursprünglichen Arkaden der abgebrochenen Seitenschiffe erkennbar. Original ist außerdem das Westportal mit dem dreistufigen Gewände und Rundstabprofilen an den Gelenken. Kunstgeschichtlich stellt die Kirche den Übergang von der basikalen Form zu den für die Zisterzienser typischen Hallenkirchen dar. |
|
| Die Klosteranlage wurde 1639 im 30-jährigen
Krieg geplündert. Nach Kriegsende ließen die Bischöfe Johann Philipp
I von Schönborn (1650) und Johann Gottfried von Guttenberg (1686) die
romanischen Seitenschiffe abbrechen. 1691 übernahmen 7 Bauern aus Burkardroth
und Wollbach die Güter und gründeten das Dorf Frauenroth. Den Bedürfnissen als Dorfkirche entsprechend wurde die Nonnenempore beseitigt, die Südwand und die Decke neu eingezogen und das Westfenster zugesetzt. |
![]() |
| 1. | Die Deckplatte des Hochgrabes der Stifter um 1270/80 Die Grabplatte zeigt das Stifterpaar lebensgroß im Hochrelief und gehört zu den wertvollsten Werken mittelalterlicher Steinplastik. Das Grabmal ist nach Dehio „einzigartig in der poesievollen Idealisierung höfischer Vornehmheit“ und weist stilistisch enge Bezüge zu den Stifterfiguren des Westchores im Naumburger Dom auf. Andere Kunsthistoriker suchen den Schöpfer des Tumbengrabmales in Straßburg und verweisen auf die französische Herkunft von Beatrix. |
![]() |
| 2. | Die „sitzende
Madonna“ im Ortsteil Lauter: Die Muttergottes aus Sandstein stammt aus dem Kloster Frauenroth (1. Drittel des 14. Jahrhunderts) und befindet sich heute in der Dorfkirche des Ortsteiles Burkardroth-Lauter. |
|
| 3. | Das „Frauenrother Graduale“: Diese illustrierte Handschrift aus dem frühen 14. Jahrhundert (1318) befindet sich heute im Besitz der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart (HB I 246). Auf 279 Folien aus Pergament enthält es die Antiphonen der Messfeiern im Kirchenjahr. |
![]() |
| Diese Werke gehören zu den herausragenden Kunstwerken der Zeit. Sie zeugen im abgelegenen Lederbachtal von hoher höfischer Kunst und einem ehemals blühenden Klosterleben. | ||
| Literatur: Brückner W. und Lenssen J., Zisterzienser in Franken, 1991, S. 102; Dehio, Franken, S. 288; Pfister P., Klosterführer aller Zisterzienserklöster im deutschsprachigen Raum, 1998, S. 114; Reinhard A. und Karl J., 750 Jahre Frauenroth, 1981; Rugel L.: Burkardroth und Frauenroth (Schnell-Kunstführer Nr. 1009, 1974); Schneider E., Klöster und Stifte in Mainfranken, 1993, S. 139; Zehnter Otmar u. Erna , Ein Streifzug durch 5 Jahrhunderte Schulgeschichte des Marktes Burkardroth, 1999. Otmar Zehnter, Burkardroth |
||
|
Straßenverzeichnis Frauenroth
Am Lederbach An der Klostermauer Minnesängerstraße Schmalzmühlweg Steinwiesenfeld Ziegelwiese Zum Ruhbrunnen Mühlen: Borstmühle Schmalzmühle |
| Zurück zur Auswahlseite |